Auf ein Wort

Glücksmomenterogler

Manche Tage sind einfach mies! Ich könnte gleich zehn Dinge aufzählen, die schief gelaufen sind, ärgerlich waren, wo etwas nicht geklappt hat, kaputt gegangen ist. Dinge, die liegen gebleiben sind oder die einfach Sorgen machen. Ja, da fällt mir gleich eine Menge ein. Mir fällt auch ein Buchtitel dazu ein. Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“. Nehme ich mehr das Negative wahr und zu wenig das Positive? Wenn ich ehrlich bin: Ja.

Neulich ist mir eine kleine Geschichte begegnet, die mich womöglich weiter bringt:

„Eine Frau verließ niemals das Haus, ohne sich vorher eine Hand voll Glassteinchen einzustecken. Sie wollte die schönen Momente des Tages bewusst wahrnehmen, um diese besser zählen zu können. Bei jeder guten, schönen und positiven Kleinigkeit, die sie während des Tages erlebte, und für alles, was die Sinne erfreute, ließ sie ein Glassteinchen von der rechten in die linke Jackentasche gleiten. Zum Beispiel bei einem lustigen Schwätzchen, wenn ihr strahlende Kinderaugen begegneten, bei einem guten Essen, wenn jemand ihr eine kleine Aufmerksamkeit entgegen brachte. Manchmal waren es gleich zwei oder drei Glassteinchen, die in kurzer Zeit die Seite wechselten. Abends zu Hause zähle sie dann die Glassteinchen aus der linken Jackentasche. Sie zelebrierte die Minuten. Sie führte sich dann vor Augen, wie viel Schönes und Gutes ihr an diesem Tag begegnet war. Sie freute sich und dankte ihrem Schöpfer. Und sogar dann, wenn sie nur ein Glassteinchen zählen konnte, war es ein gelungener Tag – ein Tag, an dem es sich zu leben gelohnt hatte.“

Und die Bibel? Der Apostel Paulus schreibt: Prüfet aber alles und das Gute behaltet (1.Thess. 5,21). Ich wünsche Ihnen viele solche Glücksmomente.

Ihr Pfr. Jürgen Rogler